Ein klarer Fall von Arbeitsverweigerung

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„Raus! Raus! Raus!“ höre ich Laurens´ Stimme aus der Ferne nachhallen, während ich mir meinen Weg durch die immer dichter werdenden Rauchschwaden bahne. Die Augen brennen und die Lungen schlagen Alarm. Ich spüre, wie sich die Hitze in meine Haut brennt und bin überzeugt: So in etwa muss sich ein Elitesoldat im Krisengebiet fühlen.

Doch was war eigentlich passiert?

Als ich mich außer Gefahr wähne, bleibe ich entkräftet stehen und werfe einen mutigen Blick zurück in das Inferno, aus dem ich soeben entronnen bin. Noch immer hüllt tiefschwarzer Rauch die Landschaft in einen dichtmaschigen Grauschleier. Fragend suchen meine Augen nach Laurens. Auch er stet fassungslos vor dem qualmenden Fahrzeug. Es scheint, als hätten wir unser Mietauto geschrottet.

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Nach einer (unseren Kompetenzen nach) fachgerechten Untersuchung, können wir einen Unfall jedoch ausschließen. Warum aber entweicht dann weiterhin bleierner Dunst aus der Motorhaube unseres erst zwei Tage alten Mietwagens? Nachschauen heißt da wohl die logische Konsequenz. Doch dann schießt es uns wie ein Déjà-vu durch den Kopf und wir fühlen uns wie damals, als wir vor vielen vielen Jahren entsetzt feststellen mussten, dass man wohl doch besser die Finger von der Kochplatte hätte lassen sollen.

Aber es ist ja jetzt auch nicht, als hätten wir bei offener Motorhaube irgendwelche bahnbrechenden Schlüsse ziehen können. Unsere, das Innenleben eines Autos betreffenden Kenntnisse sind – ja, wie soll ich sagen – doch etwas…… begrenzt. Und so blieb uns nichts anderes übrig, als das Auto stehen zu lassen und uns zu Fuß zu den berühmten Boulders von Paarl aufzumachen.

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Als wir zwei Stunden später von unserem Spontanausflug zurückkehren, sind Fieber und Keuchhusten wie verflogen. Auch der nette Herr in der Werkstatt kann die niederschmetternde Diagnose nur bestätigen: Unser Auto ist kerngesund! Ein typischer Fall von Arbeitsverweigerung, meint er achselzuckend. Unsere Kupplung hatte an diesem Tag wohl einfach keinen Bock auf Bergwanderung.

Nachtrag: Bei diesem Vorfall kam kein Auto zu Schaden! Wir haben von einer Anzeige abgesehen, nachdem es seine Arbeit wieder aufnahm und weitere Zwischenfälle ausblieben.

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